Basisches Aktivwasser

 

Basische Ernährung, und damit auch basisches Wasser, stehen zurzeit hoch im Kurs. Die Befürworter von basischem oder alkalischem Wasser, wie es auch genannt wird, schreiben ihm zahlreiche positive Wirkungen zu: Es soll den Säuregehalt im Blut mindern, den Stoffwechsel antreiben und den Körper dabei unterstützen, Nährstoffe schneller aufzunehmen.

Die antioxidative Wirkung von Basenwasser soll die Zellen darüber hinaus vor freien Radikalen schützen und Krankheiten wie Diabetes, verschiedene Allergien, Bluthochdruck, Gicht oder Osteoporose verhindern oder kurieren.

 

Was ist basisches oder alkalisches Wasser?

Wasser enthält eine Vielzahl geladener Teilchen, die sogenannten Ionen. Ionen können entweder positiv oder negativ geladen sein – dementsprechend laufen sie unter der Bezeichnung Kationen (positiv) oder Anionen (negativ). Die Art und Menge der gelösten Ionen im Wasser bestimmen seinen pH-Wert. Wasser weist in der Regel einen pH-Wert von 7 auf, der ideale pH-Wert für Trinkwasser ist laut Basenwasser-Fans aber 8 oder 9 – dieser Wert kann durch das Alkalisieren des Wassers erzeugt werden.

Basisches Aktivwasser entsteht durch einen elektrophysikalischen Prozess, bei dem Leitungswasser ionisiert wird. Das Wasser wird gefiltert und elektrolytisch in einen basischen Teil mit Elektronenüberschuss (basisches Aktivwasser) und einen sauren Teil mit Elektronenmangel (saures Oxidwasser) geteilt.

 

So entsteht basisches Aktivwasser

In der Ionisierungskammer, die durch eine feine halbdurchlässige Membran getrennt ist, befinden sich auf jeder Seite mit Platin beschichtete Titan-Elektroden, an denen eine Spannung von maximal 30 Volt anliegt. Die Elektroden der einen Seite sind positiv, die der anderen negativ geladen. Auf diese Weise kann galvanischer Strom fließen.

Dieser bewirkt, dass alle basischen Mineralien auf eine Seite, die sauren Mineralien auf die andere Seite der Kammer wandern. Die positiv geladenen, basischen Ionen umgeben die negativen, die negativ geladenen, sauren Ionen die positiven Elektroden.

Zusätzlich werden alle vorhandenen Wassermoleküle aufgespalten. In der negativ geladenen Elektrodenkammer wird Wasserstoff, in der positiv geladenen Kammer Sauerstoff freigesetzt. Durch diesen unvollständigen Elektrolyseprozess werden alle Wassermoleküle in ihre Bestandteile zerlegt und gruppieren sich anschließend in kleinere Wassermolekül-Cluster.

Das alkalisierte oder basische Aktivwasser hat durch diesen Prozess einen Überschuss an Elektronen und enthält durch den hohen Anteil der negativ geladenen Hydroxid-Ionen wesentlich mehr Sauerstoff als neutrales Wasser.

Info: Was ist ein Wassercluster?

Ein Wassercluster setzt sich aus mehreren Wassermolekülen zusammen. Je kleiner diese Cluster sind, umso einfacher können sie die Zellwand durchdringen. Wir sprechen von einer „hohen Zellgängigkeit“:

  • Leitungswasser: ca. 15 – 18 Moleküle
  • Mineralwasser: ca. 10 – 12 Moleküle
  • ION-Aktivwasser: ca. 5 – 8 Moleküle
  • Gletscherwasser: ca. 5 – 6 Moleküle

 

Basisches Wasser selbst herstellen – so gelingt es

Basisches Wasser im Handel zählt nicht zu den preiswertesten Getränken. Die basische Ernährung macht wie bei allen Hypes diesbezüglich keine Ausnahme. Mit einigen günstigen Hausmitteln oder einem praktischen Wasser-Ionisator können Verbraucher basisches Wasser aber selbst herstellen:

  • Wasser-Ionisator: Im Fachhandel finden Sie entsprechende Wasser-Ionisatoren, die basisches Wasser auf einen Knopfdruck hin herstellen können.
  • Zitronenwasser: Ein Glas Zitronenwasser am Morgen ist ein altbekannter Gesundheitstipp, an dem etwas dran ist. Neben vielen anderen positiven Begleiterscheinungen hilft das basische Zitronenwasser dem Körper beim Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts.
  • Natron: Verbraucher können in ein Glas Wasser ungefähr einen halben Teelöffel Natron geben. In der Apotheke sind pH-Teststreifen erhältlich, mit deren Hilfe sich feststellen lässt, wie hoch der pH-Wert des Gemisches ist (ideal: 8 -9).

 

Eigenschaften von basischem Aktivwasser

Basisches Wasser besitzt einzigartige Eigenschaften wie Antioxidantien, hohe pH-Werte und molekulare Verbindungen, die kleiner sind als bei üblichem Leitungswasser. Wer ionisiertes, basisches Wasser trinkt, nimmt zusätzlich Elektronen auf, die freie Radikale binden. Auf diese Weise sollen die gesunden Körperzellen geschützt, das körpereigene Immunsystem gestärkt und die Alterung verlangsamt werden.

Das sind die Eigenschaften von basischem Aktivwasser:

  • Wird vom Körper schneller absorbiert und setzt für den Organismus verwertbaren Sauerstoff und Mineralien frei.
  • Durch die Feinfiltrierung werden Schwermetalle, Reste von Medikamenten oder Pestiziden, Chlor etc. entfernt.
  • Wirkt antioxidativ, da es reich an Elektronen ist.
  • Bindet freie Radikale und wirkt auf diese Weise dem Zellverfall entgegen.
  • Hat eine sehr gute Zellgängigkeit durch extrafeine Wassercluster.
  • Sorgt durch die feine Molekularstruktur für eine gute Nährstoffbeförderung und hohe Verfügbarkeit der darin enthaltenen Mineralstoffe.

 

Info: Eine Wirksamkeit von basischem Wasser zur Vermeidung von übersäurungsbedingten Krankheiten wurde bislang nicht nachgewiesen. Insgesamt ist eine basische Ernährung in der Wissenschaft umstritten - die Verbraucherzentrale Bayern hält sie beispielsweise für überflüssig.

 

Anwendungsgebiete von alkalischem Wasser

Basisches Aktivwasser eignet sich zum Trinken, zum Mischen mit Obstsäften, zum Kochen, für die Zubereitung von Kaffee, Tee oder Babynahrung, zum Waschen von Obst und Gemüse und zum Reinigen von öligen Verschmutzungen. Das Wasser bindet Gerüche und mildert bitteren Geschmack, macht Fleisch zart und erhält die Farbe des Gemüses beim Kochen.

Es ist aber wichtig zu wissen, dass der während der Elektrolyse erworbene negative Redoxwert nur für eine kurze Zeit – nach Ansicht vieler Experten 24 bis 36 Stunden – anhält. Nach Ablauf dieser Zeit geht der Redoxwert wieder auf Null oder ist leicht positiv. Deswegen gilt: Trinken Sie ionisiertes Wasser so frisch wie möglich, am besten innerhalb von 12 Stunden nach der Herstellung.

 

Tags: Wasser
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